Willkommen beim Bunker 302 der Neckar-Enz-Stellung

 

Die Bunker der Neckar-Enz-Stellung (NES) wurden in den Jahren 1935 bis 1938 gebaut.

Die NES wurde zunächst geplant und gebaut unter Beachtung der im Versailler Vertrag festgelegten militärfreien Zone von 50 km östlich des Rheins. Insgesamt wurden zwischen Enzweihingen und Eberbach 446 Bunker gebaut. An den  natürlichen Hindernissen Neckar und Enz sollten verstärkt durch eine Vielzahl von Bunkern und Hindernissen ein Angreifer zumindest für kurze Zeit aufgehalten werden können.

 

Quelle: Neckar-Enz-Stellung, Götz Arnold

 

Bei 74321 Bietigheim kann der Bunker 302, ein MG-Schartenstand, besichtigt werden.

Bunker302 wurde im Fundzustand konserviert. Nur einige Einrichtungsgegenstände und Einbauteile wurden in restauriertem Zustand ergänzt. Dadurch sind natürlich an Metallteilen großflächige Roststellen zu sehen. Wir wollen diese Originalität und die Patina weitestgehend erhalten damit der Bunker nicht aussieht wie ein "frisch gestrichenes" Bahnhofs - WC.

            - Eintritt frei -

 

Daten zum MG-Schartenstand:

Besatzung: 5 Mann mit MG
Panzerteil: Schartenplatte 7P7
Baujahr: 1935
Stahlbetonmenge: 98,98 m3
Baukosten: 25.000.- RM
Ausbaustärke: B1 (d.h. 1m Wand- und 0,8m Deckenstärke)

Der Bunker wurde mit Schußrichtung flankierend zur Enz gebaut, mit dem Auftrag, übersetzenden Feind bzw. übergesetzten Feind in der Enzaue zu bekämpfen.

Ein MG-Schartenstand besteht aus 2 kleinen Räumen:
1) Die Gasschleuse, ein kleiner Vorraum
2) Der Kampfraum, der bei Bedarf mittels 4 eingebauten Klappbetten als Schlafraum genutzt werden konnte.

Dieser Bunkertyp wurde in verschiedenen Ausführungen 247 mal in Ausbaustärke B1 und 11 mal in Ausbaustärke C in der NES gebaut.

 

 

Bunker302 ist ungesprengt erhalten und wegen seiner original erhaltenen Schartenplatte (7P7) der Eingangstüre (14P7) sowie den Beschriftungen und des aufgewalzten Tapetenmusters vermutlich

einmalig in der Neckar-Enz-Stellung.


Bunkerweg Forst

Entlang eines Wanderweges durch den Bietigheimer Forst kann eine ungesprengte MG-Scheinanlage (330) der MG-Schartenstand (302) und 8 Bunkerruinen in unterschiedlichem Erhaltungszustand besichtigt werden.   Der Rundweg ist in ca. 2 Stunden zu bewältigen und kann je nach Interesse Richtung Husarenhof - Besigheim erweitert werden.

- Teilnahme auf eigene Gefahr -


Auf Anfrage sind auch in anderen Stellungsabschnitten Begehungen möglich.